WE und die Entleerung meines Mageninhaltes

26 09 2007

Heute in Farbe… Und mit Bildern (Links siehe jeweils in Klammern!)… ergo bunt:

Wochenende: Sa morgens los, lausiger Bus, 5:30 aufgestanden… Zumindest alle ausser mir. Ich hab verpennt – verpennte zu gut Deutsch. Was wiederum gut latino ist. So muss ICH zumindest auf niemanden warten, hat auch was für sich! Dann ins gemütliche Nest Villa de Leyva, 4, 5 Stunden. Der Trip ins bäuerliche, ruhige Dorf (Wüstendorf) war sehr schön und unterhaltsam, hatten eine Jeeptour gemacht: Straussenfarm (südafrikanisch), in einer Lagune betrunken nacktschwimmen (Lagune), Töpferhandwerk in der Wüste besichtigen, Weinanbau mit Weinprobe bei deutschem Pionier (da ging dann die Party grad weiter, hehe), Archeologiepark mit rieesigen Peni (Penishenge), Fossilmuseum mit tollen Versteinerungen, Wochenendmarkt (Markt) mit tollsten fettgetränkten Speisen und auf der tollen Strasse nachts bis drei mit den einfachsten Leuten überhaupt, irgendwelchen Bauern, Bier und Schnaps trinken (Unsere Homies, die Bauern). Ich (Esel) und John (Kolumbianer) wollten eigentlich am Vorabend nur Feuer holen, da haben sie uns nicht mehr losgelassen… Heieiei… Versumpft, auf ner Strasse mit kolumbianischen Bauern, die nichtmal wissen, dass Deutschland seine eigene Sprache hat… Immerhin wissen sie nun etwas über Hitler! Pionierarbeit sozusagen! Danach haben wir mit einem Skorpion weitergetrunken… Am Anfang wars schwierig, spritzt der uns doch immer wieder mit seinem Stachel in Angriffsposition an… Dann haben wir ihm ein wenig Alk gegeben, und siehe da, die Situation war deutlich aufgelockerter. Irgendwann ist aber selbst unser Freund, der Suffskorpion ins Bett und John und mir blieben noch drei Stunden schlaf bis zu besagter Jeeptour… Ach ja, bevor ich es vergesse, ich hab mich mal eben verliebt, es gibt ja hier so schöne Mädels (Meine Neue Freundin und ich beim Lego spielen). Also DAS war insgesamt alles sowas von Kolumbien live! Wow! Bin heute also wieder im Büro, nachdem ich gestern ca. ein weiteres Katzenleben verlor. Da Eva so fern war, dachte Adam sich nämlich, dass er mal umso mehr Früchtchen nascht… Die Schlange lacht mir ins Gesicht. Und aus noch dazu – zu viel von der zu falschen Frucht gegessen. Pitaya heisst das Biest. Gestern dann auf dem Heimreisetag hats mir alles zu allen Öffnungnen rausgeschwämmt, ich habe mich kaum auf den Beinen halten können, leider mussten wir aber 5h heimfahren. Auf dem Busbahnhof dann hab ich mir artig nach Abführmittel die Hose vollgekotzt – Oh herrlich, das hätte man echt auch aufzeichnen sollen: ich, mit vollgekotzter Hose auf einem lausigsten Bahnhof in der Prärie, mit dem Mopp in der Hand die eigene Kotze wegputzen… Toller Anlick! A drauuum! So konnte ich immerhin die erste Strecke fahren, dann in einem Minidorf zu Bauern ins Haus/ Schuppen und die haben mir dann Obdach gewährt, ich war dort auf dem wohl schlimmsten Klo zwischen Hühnern, Küche und spielenden Kindern. Geruch von verwestem Krebs. Regentropfen durch das Wellblechdach. In diesem Dorf war ich sowas wie die Attraktion schlechthin, die Einheimischen kamen um mich zu sehen „Ja, stimmt! Da ist er! Da sitzt er!“… Ich bin fast ohnmächtig geworden, weil ich total dehydriert war. Die anstrengende Heimfahrt ging um 9uhr zu Ende, ich bin nach einer Nacht, wo ich mir ca. nachgezählte 3mal in die Hose schiss, heute vor allem nur im Büro, um Suppe zu trinken, die gibts hier unten irgendwo an der Strasse. Die wird mich langsam wieder aufpeppeln. Aber sowas habe ich noch nie erlebt. Für Mama (Anmerkung des Sohnemannes: VIELEN DANK, beste Mama der Welt für die Regenjacke, die ist der Hammer, zum Glück habe ich sie dabei! Mama machts eben immer wieder möglich! Anmerkung der Redaktion: Der Dieb meines alten Windbreakers wird mit einem Voodoozauber belegt, möge er Dünnpfiff bekommen, der Eierdieb!) wäre das alles nichts, das weiss ich bestimmt… Wenn sie sehen würde, wo ich hier und da rumkomme, dann wöllte sie, dass ich wieder heimkomme. Aber das ist so auch alles richtig, dann weiss ich Deutschland wieder besser zu schätzen. Geliebtes Heimatland…


Desweiteren will ich immernoch umziehen. Hoffentlich finde ich noch etwas. Denn bei meiner lieben Doro ist es nicht gerade sooo billig. Aber das liegt eben auch daran, dass ich in einem echt schicken Viertel wohne, sowie sich auch die Kammer in DER Luxusgegend befindet, dem Bankenviertel…


Viele Grüsse aus dem Land der Todes- und Unheilsbringer-Früchte,
Cornelius

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Fussball Klassiker

17 09 2007

Donnerstag, Riesenaufstand auf den Strassen, Aufregung, denn am Abend gings auch direkt auf das (quasi) UEFA-Cup Rückspiel DES Hass-Traditions-Fussballspielklassikers schlechthin: Millionarios aus Bogotá (blau) gegen grün-weiss – Nacional de Medellín (0:0, sportlich eine abartig miese Vorstellung – Millios ziehen ins Viertelfinale des Copa Nissan Sudamerica ein). Auf der Hinfahrt gings gleich mal schön in den überfülltesten Bus der Weltgeschichte, der knatterte und brach halb auseinander… 10Blocks weiter, auf der Autopista brach er dann wirklich vollends zusammen, es knallte laut („ach was, da kann man immer noch weiterfahren, schliesslich geht immer noch was!“). Aber ein paar Ecken weiter mussten dann wirklich alle aussteigen, der Motor ist förmlich explodiert, da ging gar nix mehr. Dann zu Fuss und in Taxi weiter, HotDogs vorm Stadion mit den wiederlichsten Saucen der Welt, rosa, weiss, gelb und glibberige Sauce begleiteten Ketchup, Mayo und Senf. Un Perro Caliente. Immerhin keine Krähenfüsse zum lutschen die aus der Suppe rausgreifen wie beim Mittagessen. Uaaarghh! Rein ins Stadion, 40tausend, ausverkauft und zum bersten voll, Hijo de Puta Rufe all über all, jeder Schaum vorm Mund, wir auf Haupttribüne, tausende Sicherheitskräfte darunter. Beeindruckend und faszinierend, wie aus tiefster Überzeugung nur die gegnerischen Anhänger beleidigt werden mit „Hurensohn“ in wirlich jedem Lied und Kommentar! Abartig, die scheinen das sowas von ernst zu meinen, total fanatisch! Da nimmt man doch mal den Sohnemann mit, der Onkel kommt auch im Anzug direkt von der Arbeit und dann kommen nur noch Hurensohnrufe und fliegende Gegenstände das gaaanze Spiel über! Was für Kackbratzen, unglaublich! Wo nehmen die diesen Hass her? Der Beton auf der Bühne bebte, ich dachte mir wäre schwindelig, aber die Tribüne hat tatsächlich gewackelt! Einwürfe, Auswechslungen, Eckbälle, Freistösse – alles nur unter Begleitschutz von Polizei mit Schildern und Panzerung! Die Gäste aus Medellín kamen aus Vorsichtsmassnahmen nicht mal zum aufwärmen raus. Als Gast auswärts zu singen ist eine Frechheit und die grösste Provokation überhaupt! So, dann kam also Bogotá weiter. Doof wenn man aber grün-weiss gekleidet ist. Was machen? Kein Ding – erstmal Stadionsitze in Brand gesteckt, die im Vorfeld ausgeteilten Fanpfeifen landeten leider schon während des Spiels alle auf dem Linienrichter und Eckballschützen, die Gewinnerfans aus Bogotá wurden 40min später erst rausgelassen. Dann in den Bus, vorbei an Panzern des Militärs – uuuund Novum Novum Novum: der Busfahrer hat sich tatsächlich komplett verfahren, nach ner halben Stunde waren wir wieder am Stadion… Ich packs nicht! Dann haben ihm Fahrgäste gesagt, was auf seinem Schild vorne draufsteht und dass er gefälligst in die komplett andere Himmelsrichtung zu fahren habe. Insgesamt ne ganz dolle Wurst das Erlebnis.





Fin de Semana: nada especial… (vom 10.9.07)

17 09 2007

Wochenende: nein, kein Bungeesprung, an keinen Wolkenkratzer abgeseilt, nicht entführt worden, mit keinem Löwen geämpft, keine neuen Strände kartografisiert, nicht mit barbusigen Jungfrauen Hula Hula gespielt, kein Must-Do-Tanzen (immerhin), keine aussergewöhnlichen Dinge erlebt… Aber darum gehts nun. Die alltäglichen Dinge: Ich gehe Freitag nach 7uhr ausm Büro, “nicht dass ich den Verkehr (trancón) erwische”. Klasse Conny, du Knallerbse – da war ‘Pico Y Placa’ gerade vorbei, also –> Die Situation: Es darf wieder JEDES Auto auf die Strasse. Die Lage: durchschnittlich 1 Kolumbianer von 1,65m Grösse in einem Ford-LKW von ca. 6m Länge. Der Kommentar: ‘Das bringts!’. Hatte ich schiss im Taxi, denn der Fahrer riskierte Kopf und Kragen um auf der Gegenfahrbahn die Schlangen zu umfahren. Der Irrtum: man braucht nicht zu schalten, um auf 80 zu beschleunigen! Ich hatte mich schon durch die Windschutzscheibe Superman nachahmen sehen. Das Fazit: für nen 5min Fussweg 40min gebraucht, da war die Entscheidung gefallen, ob ich nochmal weggehe oder nicht. Und was macht Mann wenn er einsam ist und nix los, aber Freitag: Richtig – man geht um die Ecke, kauft nen Sixer und guckt Fussball auf Ommas Sessel. Ok: wir sind in der 61.Spielminute, Eckball für die Chicos de Boyacá, sofort stehen 4 Polizisten um den Eckballschützen (der, der da wo gleich schiessen tut) um ihn mit Robocop-Titanium Schildern vor allem zu beschützen, was sich plötzlich Flügel wachsen lassen kann. Das geile war dass die Polizei genau die drei Trippelschritte mitgeht, die der Spieler zum Anlauf und zurückrennt. Hmmm, sowieso ein rechter Hühnerhaufen bei den Partien die ich gesehen habe, es gibt immer rote Karten, gepasst werden darf wohl generell erst nach genau 5 Zweikämpfen und zum diskutieren ist immer Anlass.

Samstag dann morgens gemütlich joggen, durch die Strassen: Increible – der sagenumwobene, hochgepriesene, allesindenschattenstellende Transmilenio (öffentliches Jahrhunderfortbewegungsmittel/ Bus) hat tatsächlich seine eigene Spur auf der Strasse, das gepaart mit festen Haltestellen und Annäherung an festen Fahrzeiten IST revolutionär! Sa und So waren zum Handykauf gedacht, wurde aber durch mich höchstpersönlich vereitelt, da ich nie mit Ausweis weggehe, lediglich etwas Kleingeld in Hosentasche und Socken trage. “Ok, ich komme wieder” sag ich zur Verkäuferin. Immerhin selbst So bis 8:30 abends geöffnet. “Hey, Marlen! Hier bin ich wieder”, “Jooo, Alter, wie gehts?!” (Bloss keine Anwort drauf geben, das ist keine Frage, sieht nur wie eine aus!)… “D’oh, ach nee, ich brauch immer noch nen Ausweis? Mist, den muss ich wohl vergessen haben.” Anm. d. Red.: Ich bin ja nur genau DESWEGEN hingegangen. Macht nix. Mais kostet knapp nen Euro, in die Tiefgarage kommste nur, wenn vorher mit nem Metalldetektor dein Auto negativ auf Bomben untersucht wird und die Leute haben genau 3 (die Illuminatendrei) Reaktionen auf mich: “Boah, du bist’n Gringo, he?”, dann die Ich-muss-Zeichensprache-sprechen-weil-der-bestimmt-kein-Wort-versteht und die Ich-kram-mein-Hauptschul-Englisch-raus-damit-ich-dem-Ami-was-zeigen-kann Variante. Ich muss leider sagen, dass mir dick und fett AMERIKANER auf der Stirn steht. Das krieg ich nicht los… und deswegen soll ich wohl auch besonders vorsichtig sein. Sa Abend kann ich also NICHT einfach so in den Club zu den anderen kommen, da dort “schwierige Strassen” sind. Ansonsten wurde letzte Woche eine Frau entführt, die sich mittags ein Taxi von der Strasse 2 Blocks weg von der Kammer holte. Sowas kommt bei meinem Mittagessen, dann scherzen, dann weiteressen, dann schon vergessen. Ausserdem hat wohl jeder hier seine eigene Geschichte zu sowas parat. Puhh, wie schön hier. Meine Ommi meinte “ich muss mich beeilen, denn bald wirds dunkel” beim einkaufen gehen. Jo, doof nur, dass das um 5uhr nachmittags ist!

Insofern seid gegrüsst, lasst Euch nicht klauen, meldet Euch bei mir ( yo en mi cuarto ) schriftlich (ab), damit wir zusammen wieder Deutschland geniessen dürfen.





Noche Cubana (vom 6.9.07)

17 09 2007

Am Donnerstag war ein “Kolumbianischer Abend” von der Kammer bzw. deren Tochtergesellschaft DEinternational Ltda (da wo ich arbeiten tue) organisiert. Klingt komisch, ist aber so. Warum? Weil so Lobbyisten (und andere Fundamentalisten) und die geballte Kompetenz an Chefetage aus Kolumbien, die sich für Deutschland interessiert, zusammenkommt, bei umhereilenden kubanischen ‘Garcons’ gratis Cuba Libres und Mojitos be- und in den Kopf stellt, beim Buffet ins plaudern kommt und mit aufgesetzten Smalltalk gegen die kubanische Liveband ankämpft. So auch ich, mega wichtig wie ich bin, gleich mal Kontakte geknüpft, Visitenkarten bekommen (ok ok, nur eine…), Leute kennengelernt, nett gegrinst und mir von der alten Dame live zeigen lassen, wie man kubanische Zigarren rollt, bevor ich selbst das Endprodukt vom Sohn des Zigarrenlabelgründers (seines Zeichens wohl eine schwierig ausprechbare Mischung aus Staubsaugerzusatzagregat und Klärwerkslehrlingsanwärter) geniessen durfte. Das mit dem Grinsen fiel reichlich leicht, fragte ich mich doch permanent, wie ich plötzlich in diese skurile Runde geraten war, mit meiner Mafiosi-Nadelstreifenhose (gibt nix geileres), Hemd, Schwulenhandtasche und Schal im “Sex, and the City” Style auch noch durchaus passend. Offizieller Teil vorbei und um 5 Drinks bereichert gings dann mit den Mädels aus der Kammer noch zur Rumba (= Fiesta Colombiana) um die Ecke in eine Bar… Ich hätte mich im Vorfeld nicht so lauthals wehren sollen, denn schon an meinem ersten richtigen Abend wurde ich auf der Tanzfläche vergewaltigt. Vor allem gibts bei den Drehungen ja links UND rechts, macht dann summasumarum schon mal 2 Figuren! Und woher zum Geier weiss ich welche der vielen Richtungen die gerade meint, können Frauen doch links und rechts eher selten unterscheiden (sorry, aber das IST Fakt laut internationaler Studien, nachzulesen auf www.keine-ahnung-wo.de) ? Ganz zu schweigen von Variante 1a (ganze Umdrehung, im optimalen Fall sogar zurück in Ausgangsposition) und Variante 1b (halbe Drehung und zurück) und Variante 1c (halbe Umdrehung und für unbestimmte Zeit in dieser Position weiterzappeln). Da MUSS man doch durcheinander kommen. Hinzukommend der Verkehr auf der Tanzfläche, weil auch andere Weibchen sich paaren wollen, und dann gibts noch die fiesesten aller Objekte: die sich scheinbar nicht bewegenden Tische, Stühle und Bar. So Jungs, dann frag ich mich doch mal, wieso die dann immer genau DA stehen, wo ich eigentlich hinwill, was die Physik aber nunmal nicht zulässt und Platzmangel ensteht, der Tisch aber nur bedingt nachgibt und die Getränke darauf aber umso mehr. Arr, diese Tänzerei… Aber denen hab ich gegeben: dafür gabs fett auf deren Socken! Haah! Nich mit Leo! War ne riesen Runde mit Abteilungsleiterinnen, Kolleginnen und Peruaner, Deutscher, keeene Ahnung, viele eben. Man fuhr mich heim, gut so, denn ich war bedient. Immerhin mein erster Aguardiente, ein Anisschnaps, der so wichtig ist wie Tequila für Mexiko.





Aha, erste Eindrücke… (vom 3.9.07)

17 09 2007

… in der Kirche und deutschen evangelisch- lutherischen Gemeinde (=Verein für Bibeltreue Christen) erzählte man mir, dass es durchaus Sinn machte, eine Kindertagesstätte zu errichten, für die Armenviertel darüber. Aha… Dort sah nämlich ein ganz normaler Tag für ein 2-Jähriges Kind so aus: morgens in kleine Pappkiste rein (oha!), abends aus kleiner Pappkiste wieder raus (so wie Jing und Jang). Für ältere Jungs, die schon auf sich aufpassen können sind die Aussichten rosiger: morgens ein Glas Wasser zur Stärkung, für die Elektrolyte im Frühstücksbuffet sorgt dann ein Löffel Salz. Punkt. Aha… Ich bin also verfressen, was anderes lese ich daraus nicht. Aber durchaus sinnvoll diese kirchliche Einrichtung… (Anm. d. Red.: Ob da der Zentralrat der Juden zugestimmt hat?!?) Kyrie eleiiiiihiiiison. AAAHHHHH ich habs doch tatsächlich mitgesungen und kam mir soooo unwohl vor, das war Folter! Ich glaube mir wurde beim Gottesdienst bisschen schlecht.

Morgens im Radio wird von korrupten Politikern erzählt, die irgendwie uuuunwissentlich in Drogengeschichten verwickelt scheinen… Interesting (= „aha!“)… Abends in den Nachrichten wird erzählt vom 12. Opfer in irgendwo. Sind die anderen Elf immerhin nicht mehr alleine. Im Anschluss dieses Beitrags gings um Bewohner, die nicht aus ihrem Häuschen wollten, die weigerten sich schlicht, konnten aber nicht bezahlen. Was macht man da? Man schickt Polizei. Gibt ja genug Sicherheitsleute, nämlich an jeder Ecke und Hauseingang welche mit anderer Uniform. Diese erinnerte aber mehr an eine Mischung aus RoboCop und Terminator, wenn man die mittelschwere Panzerung berücksichtigt, die sonst so nur im Leopard 2 A-5 Panzer der deutschen Bundeswehr verbaut wird. Jedenfalls gabs dann ordentlich Saures für die Ordnungswächter, Stangen wurden geschwungen (Merke: die Stumpfheit eines Gegenstandes sagt nichts darüber aus, ob man ihn nicht doch in einen Körper rammen könnte), Backsteine bekamen Flügel und eine diplomatische Lösung war kaum in Sicht. Aha.

Soviel dazu… Sehr spannend! Woanders gibt es auch lustige Regelungen – im Strassenverkehr: ein Lottoverfahren entscheidet über die tägliche Fahrerlaubnis, so muss man je nach Nummernschild- Endnummer an dem und dem Tag aussetzen. Das macht eine sauberere Stadt. Ebenfalls werden ganze Strassen gesperrt. Auch das soll sauber machen. Aha. Gestern gings mit dem Taxi zur Arbeit, man wollte mich eigentlich abholen… Eigentlich… Aha. Natürlich überrascht mich das gar nicht mehr, daher war ich auch sowieso nicht pünktlich unten vor der Tür gestanden. Aha, hehe, ääätsch! Nach der Arbeit gings mit nem Bus zurück, da hockt dir dann die Hühneromma aufm Schoss und bohrt dir mit ihrer Handtasche in der Nase, „Aha, nette Sache“, dachte ich mir da. Ich hab vergessen zu bezahlen, also hab ich mir schon mal 25 Cent im Leben gespart, die mir niemand mehr nehmen kann. Juhu! Soweit, so gut. Der Aha- Effekt eben…





Ankommen ist die eigentliche Leistung!

3 09 2007

Moin moin…

…aus der 9Millionen (wikipedia: 8mio, erzaehlungen 12- 13mio… blabla) kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, die gerne grau, meist auch schweinekalt (Thumps Down) und gleich gegenueber der Anden (Thumps Up) liegt, sodass ich aus dem Buerofenster die Huegel sehe… Geilomat -> Thumps Up! Was aber alles andere als dufte ist, nennt sich auch Sonnenuntergang-Puenktlich-Um-6Uhr-Depressions-Faktor. Das ist richtig doof, da kriegt man keine Lust mehr noch was zu machen… Ausser eben den 2. Mittagsschlaf dank ueber 2.600 Hoehen- und somit Hoellenmetern. Ich Depp, als ob das nicht genau das Gleich waere wie in Toluca, absolut identisch! Aber Jacken und sowas, daran wollte ich ja nicht denken. Wenn man an LA denkt, erwartet man immerhin Sonne und andere Neger…

Der Reihe nach: wie alle von uns hatte auch ich nen anstrengenden Flug mit Spiderman 3 und anderen vielen Videos, 4 Mahlzeiten, bin fast soviel Bus und Magnetschwebebahn gefahren wie ich im Flugzeug sass dank Umstiegen in Paris und Miami und einem fremden Taxifahrer, der mich mit einem Schild am Bogotá-Airport erwartete um mich anschliessend in mein schniekes Heim irgendwo Richtung neunte Carrera, Ecke 119-te Calle, aber eigentlich nicht 9-te sondern eher „9B Bis“ ins Haeuschen 41 in die Wohnung im vierten Stock, also unlogischerweise Nr FUENFhundertsieben zu bringen… All das war schon sooo wirr, dass die eigentliche Leistung eines solchen Praktikums die Anreise ausmacht… Puhhh, MIAMI, ich war also kurz dort! Das war auch gut so. Auch wenn Miami wohl kein normaler Ort zu sein scheint, vielmehr ein Umschlagplatz fuer Latinos. Wer den ersten „ManInBlack“ Film gesehen hat, das Terminal wo alle Ausserirdischen ankommen, so kam ich mir in Miami vor, nur latinos wo man hinschaut… Krasse Sache… Da gabs schlichtweg keine Amis.

Nach 17h reiner Flugzeit kam ich also um halb 8 im stockdunklen Bogotá an, an plaerrenden Krankenwagen vorbei, rechts ueberholen geht einfach schneller, Sicherheitsgurte wurden hier nicht erfunden, komme ich an meinem Wohnort bei der 78-jaehrigen Dorothea an, vorbei am Wachpersonal, durch die Lounge (Ihr Shanghaier kennt dat ja nicht anders), den Aufzug hoch (1.Stock = EG), Doro oeffnet: eine Deutsch-Kolumbianische Evangelisch-Lutherische Auf-Zack-Dame, die mir Essen in Form von 3g Papaya und Café in Form von Koffeinfreiheit serviert, ein eigenes Bad und Zimmerchen mit hartem Bett (wieder Thumps Up!) bietet, ne Putze die mir 3mal woechentlich die Waesche waschen wuerde, wenn ich ihr 20.000 Peso gebe… Scheint viel, sind aber nur 6Euro. Man muss alles durch genau 3000 teilen, die wahre Illuminatenzahl.

Whatever, ich habs ueberlebt, nun kanns nur noch besser werden, mein geliebtes Internet hat mich wieder, Skype auf der Arbeit, die Anden ueber der Schulter, ein PORNO-Buero, super schnieke, die Krawatten wurden mir angegossen, die Nadelstreifenhose ist meine zweite Haut und ich bin froh wenn ich Ende des Monats alle 30 Personen hier in der Kammer beim Namen kenne.